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08. September 12 , 19:17

Bettina Wulff wehrt sich gegen Rufmord - Anwalt Lehr: TV-Moderator Jauch erkennt Unterlassungsanspruch an

Kategorie: Politik, Aktuell, Thema
Berlin (Weltexpress) - Bettina Wulff, die Frau des früheren Bundespräsidenten, geht massiv und erfolgreich gegen die Verbreitung von Gerüchten und Denunziationen über ihr angebliches Vorleben als Prostituierte vor. Die 38-Jährige habe Unterlassungsklagen beim Hamburger Landgericht gegen den Fernsehmoderator Günther Jauch und gegen den Google-Konzern eingereicht, teilte ihr Anwalt Gernot Lehr am Samstag auf dapd-Anfrage mit und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Bettina Wulff © dapd

In den vergangenen Monaten hätten bereits 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien, darunter der "Stern", die Mediengruppe Österreich und die "Berliner Zeitung" Unterlassungserklärungen abgegeben. Mehrere Medienhäuser hätten Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe zahlen müssen.

Am Freitagabend habe "der Prozessbevollmächtigte von Günther Jauch per E-Mail mitgeteilt, dass sein Mandant nun den klageweise geltend gemachten Anspruch, sich gegen Strafandrohung zu verpflichten, die Gerüchte nicht weiterzuverbreiten, anerkennt", sagte Lehr und kündigte an: "Wir werden dazu beim Landgericht Hamburg ein Anerkenntnisurteil beantragen."

CDU-Kreise streuten Gerüchte

Nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" hatten CDU-Kreise in Hannover seit 2006 das Gerücht gestreut, Bettina Wulff habe früher angeblich im Rotlichtmilieu gearbeitet. Die Denunziation sollte offenbar vor allem Christian Wulff treffen, der damals noch CDU-Ministerpräsident in Niedersachsen war. Er hatte in der Partei einige einflussreiche Feinde und auch außerhalb der Partei etliche Gegner. Im Internet breitete es sich dann epidemieartig aus. Bereits am Rande der Bundesversammlung Ende Juni 2010 in Berlin hätten CDU-Politiker Journalisten auf die Internet-Veröffentlichungen aufmerksam gemacht.

Der Fernsehmoderator habe in seiner Talkshow am 18. Dezember die "Berliner Zeitung" zitiert, die geschrieben hatte, in Berlin werde "gemunkelt", die "Bild"-Zeitung könne "mit einer Geschichte über das frühere Leben Bettina Wulffs aufwarten. Angeblich verfügt die Redaktion über Informationen, die bisher auf Weisung von ganz oben nicht gedruckt werden dürfen. Aus Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten". Jauch hatte der "Süddeutschen Zeitung" zufolge in der Sendung erklärt, er finde diesen Beitrag "besonders interessant". Damit habe er aus Sicht von Bettina Wulff die im Netz kursierenden Denunziationen erst gesellschaftsfähig gemacht.

dapd

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