Fremde Kulturkreise, fremde Ansichten: Der 1984 geborene Baigazin begründete seine Meinung damit, Verbrecher würden so mit ihrer eigenen Sprache angesprochen. Es gebe immer Menschen, die verletzten und verletzt würden. "Gewalt ist ein Bestandteil unserer Existenz, und das wissen wir." Alles, was in dem Film passiere, habe mit seinen Erfahrungen als Jugendlicher zu tun, sagte Baigazin. Dann fügte der Regisseur noch hinzu, natürlich stehe er grundsätzlich Folter negativ gegenüber.
In Kasachstan werden Menschenrechte laut amnesty international immer noch häufig verletzt. Im Oktober 2010 kritisierte ein UN-Sonderberichterstatter Kasachstan, "weil das Land das volle Ausmaß der Folter und anderer Misshandlungen in seinem Haft- und Gefängnissystem weiterhin verberge".
Von der Sozialstudie zum Krimi
Baigazin erzählt in "Harmony Lessons" die Geschichte eines 13-jährigen Jungen, der von seinen Mitschülern gemobbt wird und sich schließlich rächt. Der unter Zwängen leidende Protagonist lebt bei seiner Großmutter auf einem Dorf. Ein Mitschüler demütigt ihn und erpresst von ihm und anderen Schülern Schutzgelder. Die 110-minütige Sozialstudie wird zum Krimi, als der Erpresser ermordet, und der Mörder gesucht wird. Um den Täter zu stellen, werden die Jugendlichen von Vertretern des Staats geschlagen, an ihren Händen aufgehängt oder bekommen Stromstöße verabreicht.
Das Erpressen von Schutzgeldern auch an Schulen entspreche vor allem in den Provinzen der Realität, sagte der Regisseur. "Dort hat man ein kriminelles System." Nichtsdestotrotz sei das Bildungssystem in Kasachstan sehr gut. Allerdings gebe es große Unterschiede zwischen Provinz und Stadt.
dapd
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