Wednesday, 19. June 2013
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31. October 11 , 16:30

Zentrale Gedenkstätte für Emslandlager in Esterwegen eröffnet - Ehemalige Häftlinge kehren an Ort ihres Leidens zurück

Kategorie: Politik, Aktuell, Deutschland, Regionales, Niedersachsen
Esterwegen (Weltexpress) - Im Beisein von Überlebenden und ihrer Angehörigen ist im ehemaligen Konzentrationslager Esterwegen die zentrale Gedenkstätte der 15 Emslandlager eröffnet worden. Kulturstaatsminister Bernd Neumann nannte das Lager am Montag einen "Ort des Leides und der Unmenschlichkeit". An die Adresse der Opfer und Hinterbliebenen sagte er, niemand könne gut machen, was sie erlitten hätten.

© dapd

Der Kulturstaatsminister bezeichnete die Gedenkstätte samt Ausstellung als "würdigen und zugleich informativen Ort", der durch seine Architektur "gestalterische Maßstäbe" setze.

Von der ursprünglichen Bebauung des von den Nazis als Konzentrations-, Strafgefangenen- und Kriegsgefangenenlager genutzten Geländes ist kaum noch etwas zu sehen. Anstelle der Baracken wurden Bäume gepflanzt, Fundamente von Mauern und Wachtürmen teilweise freigelegt oder durch wuchtige Stahlelemente nachempfunden.

Knapp sechs Millionen Euro wurden in das Mahnmal mit Besucherzentrum und Dauerausstellung investiert. Zwischen August 1933 und Mai 1945 saßen in den Emslandlagern 260.000 Häftlinge der NS-Diktatur, darunter Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky. Vermutlich kamen dort mehr als 25.000 Menschen ums Leben.

Ihrer gedachten neben Neumann auch Ministerpräsident David McAllister (CDU), der Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode, Landesbischof Ralf Meistner und Landesrabbiner Jonah Sievers bei einer Kranzniederlegung.

Der scheidende Landrat Hermann Bröring, dem an diesem Tag für sein Engagement für die Gedenkstätte ausdrücklich gedankt wurde, erinnerte an die "schwierige Auseinandersetzung über den Umgang mit der Vergangenheit" in der Region. Bis zur Eröffnung der Gedenkstätte sei es ein "langer Weg" gewesen. Mit dem "Mahnmal gegen Terror, Verbrechen, Verfolgung und Gewalt" solle den Opfern und ihren Angehörigen gezeigt werden, dass ihr Leid nicht vergessen werde.

Von Versöhnung sprach auch der ehemalige Gefangene Henk Verheyen. Der 86-jährige Belgier sagte: "Wir mögen die Erfahrung von Krieg und Besatzung nicht vergessen." Zugleich denke er mit Ehrfurcht und Dankbarkeit an diejenigen, "die uns in grausamen Zeiten geholfen haben". Er fügte hinzu: "Lasst uns nicht vergessen, dass wir alle Brüder und Schwestern sind."

Verheyen gedachte in einer kurzen Ansprache auch der Toten in den Lagern. Die Kameraden hätten schon lange einen "Raum in unseren Herzen", sagte er. "Aber jetzt haben sie auch noch einen Platz an dem Ort, an dem sie gelitten haben."

dapd

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